Rocky
Mai 2012:
Hallo zusammen, hier ist Rocky, sicherlich ist es euch im Bautrubel entgangen -
inzwischen haben ich und Tira unser Einjähriges bei unserer neuen Familie gefeiert.
Ein Grund, euch mal wieder ein paar Bilder zu mailen.
Wie ihr erkennen könnt, habe ich den Winter gut überstanden und auch sonst fühle ich mich sehr wohl hier.
Den ganzen Umstellungsstress habe ich inzwischen hinter mir gelassen.
Nun freue ich mich schon auf die kommende Gartensaison wenn ich mich zusammen mit Tira
im eigens für uns eingezäunten Garten austoben darf.
Hier finde ich immer was zu futtern, alles was der Garten so hergibt, soll ja auch gesünder sein als Fleisch;
ihr müsst wissen, ich bin auf Diät, meine neuen Besitzer meinen ich bin zu dick, da kommt mir jede Erdbeere gerade recht.
Wir kommen euch nach der Umbauphase mal besuchen,
bis dann
Rocky











Mai 2011:
Hallo Tierheim-Team,
anbei Bilder von Rocky und Tira.
Es ist schon faszinierend, wie schnell sich Rocky in seinem neuen Zuhause zurechtgefunden hat,
wie er die Treppen und häuslichen Gegebenheiten mit Bravour meistert.
Er liebt lange Spaziergänge, Such- und Stöckchenspiele. Wenn es danach zum Fressen geht,
muss er allerdings zu seinem Fressnapf geführt werden,
da hierbei sein Fresstrieb seine ansonsten beneidenswerte Konzentration außer Gefecht setzt.
Es ist leicht nachzuvollziehen, dass er nach so viel Konzentrationsarbeit seine Ruhe will
und dies auch durch knurren zu verstehen gibt - auch Tira gegenüber.
Diese ist Rocky gegenüber sehr großzügig, lässt sie doch sehr viele Rempler über sich ergehen.
Umgekehrt fällt es Rocky nicht immer leicht, Tiras Temperament zu "Ruhezeiten" über sich ergehen zu lassen.
Alles in allem haben sich Beide in ihrem neuen Zuhause gut eingelebt und kommen sehr gut miteinander zurecht.
Rocky hält sich "in freier Wildbahn" sehr an Tira; sobald Tira anschlägt, steht ihr Rocky gleich zur Seite.
Beide fordern sich zwischendurch auch mal zum Spielen auf - vorwiegend Tira - doch Rocky braucht da noch etwas Zeit,
um zu verstehen, dass er von diesem Energiebündel nichts zu befürchten hat.
Viele Grüße aus Waldstetten







Seine Geschichte:
Rocky - ein Hund, der uns Menschen Lügen straft, wenn wir uns anmaßen über den Sinn und die Lebensqualität eines Tieres zu entscheiden!
Rocky wäre heute schon nicht mehr am Leben, wenn sich der Tierarzt, der ihn einschläfern sollte nicht an uns gewandt hätte.
Nicht auszudenken! Rocky sprüht vor Lebensfreude und ist ganz weit weg davon, sich seinem "Schicksal" zu ergeben!
Nun aber der Reihe nach, denn Sie wollen ja die ganze Geschichte wissen.
Rocky ist ein DSH-Mix und 2006 geboren. Er lebte seitdem bei seiner ehemaligen Familie und hatte ein tolles Leben.
Im Februar erkrankte Rocky an SARD, einer Netzhautablösung. Der Verlust des Sehvermögens erfolgt innerhalb weniger Stunden bis weniger Tage.
Die Medizin ist machtlos dagegen, jeder Hund mit dieser Diagnose wird unweigerlich erblinden, so auch Rocky.
Rocky's ehemalige Besitzer waren wohl mit der Situation überfordert, zumal ein Kleinkind in der Familie lebt und entschied sich dazu,
Rocky aufgrund seiner Erblindung einschläfern zu lassen.
Ein kleiner Aufschub von wenigen Tagen wurde gewährt um für ihn eventuell eine neue Familie zu finden,
ins Tierheim sollte Rocky auf keinen Fall, das wollte man ihm nicht antun, dann lieber einschläfern.
Der Termin der Euthanasie stand fest und wirklich in allerletzter Minute wurde die Entscheidung von einem unserer Vorstandsmitglieder getroffen,
den Hund zu übernehmen, wohlwissentlich, dass der eigene Rüde ihn wahrscheinlich nicht akzeptieren würde.
Es musste also schnell eine Lösung gefunden werden, denn auch wir wollten Rocky den Tierheimzwinger ersparen.
Doch die schnelle Lösung fand sich nicht und Rocky zog ins Tierheim ein und - wir müssen zugeben - auch uns strafte Rocky Lügen!
Anfangs unsicher und sichtlich angespannt, wegen der vielen bellenden Hunde und fremden Geräusche um ihn herum,
dauerte es nur kurze Zeit, bis er sich im Tierheim auskannte und sich einfügte in den Alltag.
Rocky kam am 28.02.2011 zu uns ins Tierheim und bereits heute kennt er die Menschen, die im Tierheim arbeiten,
er läuft alleine im Hof, auch die Treppen sind kein Problem für ihn.
Selbst wir, die wir wissen, wie erstaunlich gut, Tiere mit einer Erblindung zurecht kommen, sind mehr als überrascht,
wie sicher und vertraut Rocky sich bei uns bewegt. Auch beim Spaziergang läuft er absolut ohne Probleme und sehr sicher.
Rocky hat sehr schnell gelernt sich nun einfach über den Geruchs- und Gehörsinn zu orientieren.
In gewohnter Umgebung muss man sehr genau hinschauen, um zu bemerken, dass Rocky blind ist.
Natürlich gibt es immer wieder Situationen, wo er unsicher ist, aber einmal an sie herangeführt, steht Rocky da drüber.
Die Sicherheit, die er von den Menschen empfängt überträgt sich einfach auf ihn und er meistert so jede Situation.
Rocky möchte kein Mitleid, nur etwas mehr Aufmerksamkeit und Rücksicht auf seine Erblindung.
Das Sehen müssen einfach seine Menschen übernehmen und ihn auf mögliche Gefahren und Gegenstände auf seinem Weg aufmerksam machen.
In seinem neuen zuhause wird er sich sehr schnell zurechtfinden, er muss sich nur an die neue Umgebung gewöhnen und wissen,
wo etwas steht, wo die Türen sind, etc.
Aber wir sind sicher, Rocky macht das schon!
Rocky ist mit Hündinnen verträglich und natürlich wäre es für ihn sehr schön, wenn er zu einer Hündin umziehen dürfte,
an der er sich orientieren kann, aber wir sehen hier kein Muß.
Er kommt auch alleine zurecht. Mit Rüden und Katzen haben wir ihn noch nicht getestet, was wir aber gerne tun können.
Rocky ist ein sehr lieber, verschmuster Hund, der uns Menschen nur freundlich und liebevoll begegnet, auch Kinder,
die mit seiner Erblindung umgehen können, sollten kein Problem sein. Man gewöhnt sich sehr schnell daran,
Rocky erst anzusprechen, bevor man auf ihn zugeht, damit er weiß, es kommt jemand.
Doch Sie werden schnell bemerken, dass Rocky, nachdem er sich an seine neuen Menschen gewöhnt hat, schon an den Schritten merkt, wer zu ihm kommt.
Rocky sucht schnell einen ruhigeren Haushalt, bei Menschen, die ihn so lieben und nehmen,
wie er ist und aus seiner Erblindung keine lebensgefährliche Krankheit machen.
Er braucht Menschen, die - wie er selbst - nicht am Schicksal zweifeln, sondern das Leben mit ihm meistern, so wie es ist!
Es gibt hervorragende Bücher über den Umgang mit blinden Hunden und im Internet finden sich zahllose Foren
und andere Gelegenheiten sich auszutauschen und nachzulesen. Natürlich werden auch wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen und Ihnen,
wie auch Rocky zu einem "normalen" Rudelleben verhelfen.
Doch, den besten Lehrer, den sie haben können ist Rocky selbst - Sie müssen nur die Bereitschaft haben, sich auf ihn einzulassen!
Lassen Sie sich einfach anstecken von seinem Optimismus und seiner Lebensfreude.
Er wird Ihr Leben mit sehr viel Liebe und Dankbarkeit bereichern!
Frau Linda Hester hat die Tierpatenschaft für Rocky übernommen.
Wir hoffen, dies bringt unserem Rocky Glück! Vielen Dank!

Rocky



