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Popeye



Popeye hatte wohl das schlimmste Schicksal von den Tieren der Nagerstation.
Zusammen mit einem Kumpel wurde er mitten im Winter auf einem Spielplatz in einem Käfig gefunden.
Das andere Tier war bereits tot.
Popeye war abgemagert und in einem sehr schlechten Zustand.
Das Fell war völlig fettig und ungepflegt. Die Zähne wuchsen aus dem Maul.
Selbst nach tierärztlicher Behandlung sah ich nicht viel Chancen für ihn.
Aber selten habe ich ein Kaninchen gesehen, das einen solchen Lebenswillen hat!
Andere hätten sich schon längst aufgegeben.

Aber Popeye, wie wir ihn nannten wollte leben!
Er nahm zu, das Fell brauchte eine Zeit, wurde aber wieder weich und flauschig.
Leider bekam er noch nach kurzer Zeit einen Kaninchenschnupfen dazu, der immer übler wurde.
Popeye sah immer schlimmer aus.
Die Augen konnte er teilweise garnicht mehr öffnen, natürlich wurde er tierärztlich behandelt mit Antibiotika,
aber es wurde und wurde nicht besser.

Da er nicht kastriert werden konnte, saß er allein, der Arme.
Außerdem die Ansteckungsgefahr für die anderen...
der Ärmste, da kämpfte er ums Gesundwerden und hockte in Einzelhaft.

Nach einigen Monaten kam eine Familie, die ein Kaninchen für Ihre Gruppe in Außenhaltung suchte.
Ich zeigte Popeye schon keinem mehr, da er im Grunde unvermittelbar war.
Trotzdem interessierte sich die Frau für Popeye, obwohl die Kinder längst ein schöneres einfacheres Tier ausgesucht hatten.
Schließlich siegte das Mitleid für den armen kranken elendiglichen Einzelhafthasen.

"Mir ist das jetzt egal, ich kümmere mich eh um die Tiere, also entscheide ich jetzt auch"
sagte die Frau "der tut mir so leid, den nehmen wir."

Sie sprach mit Ihrem Tierarzt, der ihr abriet. Trotzdem blieb sie dabei.
Ich ließ Popeye kastrieren und sie nahm ihn mit.


Petra Cohnen-Peters


Popeye

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